Gesuperte Umbauwagen

In den 50er Jahren entstanden aus zwei-, drei- und vierachsigen Vorkriegswagen der DRG neue Personenwagen für den Nahverkehrs- und Eilzugverkehr. Durch Verwendung der alten Chassis mit neuen Fahrwerken oder Drehgestellen entstanden moderne Wagen in grosser Zahl, die oft erst in den 80er Jahren ausgemustert wurden. Die dreiachsigen Umbauwagen wurden immer als Zweierpaar fest aneinander gekuppelt und konnten so für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zugelassen werden. Vorbildgetreue Kombinationen sind mit den Abteilwagen der preussischen Bauart, den vierachsigen Typen, den Mitteleinstiegswagen, aber auch mit den "Silberlingen" denkbar. Dampf-, Diesel- und Elektroloks verschiedenster Baureihen kommen als Zugfahrzeuge in Frage. Da die Wagen naturgemäss nicht lange im "schönen" Auslieferungszustand blieben, sind Betriebsspuren eine sinnvolle "Verschönerung" der Modelle. Da der Gepäckwagen auch Schlusswagen ist, habe ich die Z-Kupplung entfernt, vorbildgetreue Imitationen angebracht, und eine Schlussbeleuchtung eingebaut. In diesem Zusammenhang darf natürlich auch eine Innenbeleuchtung nicht fehlen...

Die dreiachsigen Umbauwagen von Märklin im "Rohzustand".



Betriebsspuren an Dach, Wagenkasten und Fahrgestell nehmen den Plastikglanz. dadurch wirken die Wagen erheblich vorbildgetreuer. Diese zwei Exemplare sind besonders ungepflegt. Ein Detail, das den M-Modellen völlig fehlt sind die Griffstangen an den Türen. Die Wagen wurden mit dünner Litze elektrisch verbunden und "festgekuppelt".



Der direkte Vergleich macht deutlich, dass sämtliche Fahrwerksteile am gealterten Modell um einiges plastischer wirken.



Das Dach wurde mit mattgrauer Humbrol-Farbe komplett neu lackiert und dann noch mit Alterungsspuren versehen. Silbrig-glänzend dürften die Vorbilddächer nur für kurze Zeit gewesen sein.



Was den M-Modellen auch fehlt, sind blanke Türgriffe und weisse Toilettenfenster. Mit silbergrauem Lack wurden die Türgriffe eingefärbt und ein Fenster wurde innen mit weisser Farbe bemalt.



Der Schlusswagen: Bremsschläuche fehlen ebenso wenig, wie Kupplung und Dampfheizleitung. Die Jalousie wurde grau lackiert, aber auch die ursprüngliche grüne Farbgebung ist richtig. Graue Farbe bekam auch das Blech am Dachabschluss der Stirnseite.



Die meisten Pufferbohlenzurüstteile stammen von Heckl. Lediglich die Dampfleitung wurde durch einen abisolierten dünnen Draht nachgebildet. Der untere, nicht abisolierte Teil stellt die Dampfleitungskupplung dar. Als Puffer wurden angepasste Messinggussteile von Bahls verwendet. Da beim Abschneiden des Z-Kupplungskastens ein grosses Loch im Wagenboden entsteht und eine eigentliche Pufferbohle fehlt, muss diese durch ein abgewinkeltes, dünnes Messingblech oder Ähnliches ersetzt werden. Die Griffstangen bestehen aus 0.3mm starkem Kupferlackdraht und wurden in 0.4mm Bohrlöchern festgeklebt. Das blanke Metall wird auch hier durch silbergraue Farbe imitiert. Die Schlusslampen sind nicht rot aufgemalt, sondern sie leuchten! Ein 0.5mm dicker Nylonfaden dient hier als Lichtleiter für die am Dach angeklebte, rote SMD-LED. So wird auch das Lampenglas halbwegs wiedergegeben. Nylonfaden ist im Bastelbedarf in verschiedenen Stärken erhältlich und eignet sich bei nicht zu langen Wegen wirklich gut als Lichtleiter!



Die Schlussbeleuchtung ist auch bei Tageslicht gut sichtbar, aber gleichzeitig bei Dunkelheit nicht zu hell, ein guter Kompromiss...



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