Erfahrungen mit Weichen und Gleisen

Das Miniclub-Gleissystem umfasst 3 verschiedene Weichentypen:
Normale Weiche L+R Abzweigradius 49 cm Herzstück 13° NR.8562,8563
Bogenweiche L+R Radius 19,5 cm Bogen 30° NR.8568,8569
Doppelte Kreuzungsweiche Herzstück 13° NR.8560

Diese Weichen haben einen elektrischen Doppelspulenantrieb ohne Endabschaltung und Rückmeldung, der aber bis jetzt zuverlässig funktioniert. Zum Einschottern ist zu sagen, dass dies ohne nachfolgende intensive Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten selbst unter grösster Vorsicht nicht möglich ist, optisch lohnt es die Mühe aber allemal. Wichtig sind vor allem ein leichtgängiger Stellmechanismus und saubere Stomkontakte zu den Weichenzungen, sonst bedeutet eine Weiche: Endstation für die meisten Lokomotiven.

In Sachen Fahrsicherheit und Aussehen können die platzsparenden Bogenweichen leider nicht voll überzeugen. Zum Einen sehen die Weichenzungen durch den Radius von 19,5 cm alles Andere, als vorbildgerecht aus und andererseits laufen die Fahrzeuge doch allzu holprig über die aus mehreren Teilen zusammengesetzte Weiche. Leider lässt sich hier nichts verbessern, ohne eine zerstörte Weiche zu riskieren!
Über diese Kritikpunkte erhaben sind die normalen Weichen mit ihrer schlanken Optik und weniger Einzelteilen,allerdings braucht man mit ihnen etwas mehr Platz für eine Bahnhofseinfahrt, dafür rollen die Züge ruhiger und eleganter auch über eine auf Abzweig gestellte Weiche.
Das heisst, wenn es irgendwie möglich ist, sollte man dies bei seinen Planungen berücksichtigen und auf Bogenweichen verzichten.

Zur doppelten Kreuzungsweiche ist zu sagen, dass sie eine recht ansprechende Geometrie hat, die sich gut in das Gleisbild einfügen dürfte. Leider hatten wir bis jetzt keine Gelegenheit, eine DKW auszuprobieren, so dass im Moment noch keine Aussage über die technischen Qualitäten möglich ist.

Flexgleise:
Auf dem Markt befinden sich zwei verschiedene Typen, eines von Märklin, eines von der Firma Peco.
Das Märklingleis hat eine Länge von 66 cm und hat einen starren Schwellenrost, der jedes Biegen verhindert.Ein Flexgleis erhält man erst, wenn man das Schwellenband aufschneidet, was recht mühsam ist und am besten mit einer Trennscheibe oder einem sehr scharfen Messer geschieht.
Als Lohn der Mühe erhält man ein Gleis das man biegen kann, das aber nicht allzu elastisch ist, d.h. man sollte den endgültigen Radius möglichst schnell festgelegt haben,sonst besteht die Gefahr eines ungleichmässigen Kuvenverlaufs.Für gerade Strecken eignet sich das Gleis jedoch sehr gut und ein unbestrittener Vorteil ist, dass es in jedem Miniclub-Fachgeschäft erhältlich ist.

Beim Pecoflexgleis ist das Schellenband schon ab Werk biegsam, wodurch die aufwendige Vorarbeit des Auftrennens entfällt, ausserdem sind die Schienenprofile sehr viel elastischer und verzeihen auch mehrmaliges Biegen, ohne Schaden zu nehmen. Zum Übergang auf das Märklingleis sind passende Schienenverbinder erhältlich. Für einen geschwungenen Kurvenverlauf erscheint uns das 61cm lange Pecogleis wegen der o.g. Eigenschaften besser geeignet.
Leider ist es hierzulande bei den Fachhändlern weitgehend unbekannt, so dass man eine gewisse Lieferzeit in Kauf nehmen muss und deswegen möglichst gut die benötigte Stückzahl vorausberechnen sollte.Preislich besteht zum Märklingleis kein grosser Unterschied.

10.9.1999 Jens Wimmel