Sven Rohmanns Z-Anlagen

Danksagung:
Als Allererstes möchte ich mich bei Jens Wimmel dafür bedanken, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, auf seiner Homepage "ZettZeit" meine 1:220 Werkstücke zu veröffentlichen. Ich weiss, dass ich damit Jens viel Arbeit bereitet habe und hoffe, dass seine/unsere Schweizer Initiative, unsere Spur Z in der Schweiz, und vielleicht nicht nur hier, attraktiver macht, und damit den ganzen Schweiss wert macht, der hineingesteckt wurde und auch weiter werden wird.
Für mich macht Modelleisenbahnen nur dann richtig Spass, wenn man es mit Gleichgesinnten zusammen machen kann. Vieles was auf meinen Anlagen/Dioramen zu sehen ist, wäre ohne die Unterstützung anderer Z-Enthusiasten nie möglich gewesen.
In den frühen 80er Jahren waren dies beispielsweise Detlef Beier, Wolfgang Besenhart, Roland Kimmich und Martin Krüger, die mir stets mit Rat und Tat zur Seite standen.
In den 90ern durfte ich Teil von einem ganzen Kreis Z-Spur Fanatiker sein und wir waren überzeugt dass wir die Spur Z revolutionieren können! -, aus dem ich ganz besonders Volker Herder, Dieter Heckl und Dirk Rohwerder hervorheben möchte.
Meine Anlagen/Dioramen sind mehrfach prämiert und ausgestellt worden (z.B. auch als Dauerleihgaben im Z Club 92 Museum). Für die Unterstützung, die ich dafür erhalten habe möchte ich mich nochmals explizit bei allen bedanken.
Ich habe immer versucht mit den Anlagen / Dioramen Werbung für unsere Z-Spur zu machen. Im Laufe dessen sind einige Artikel entstanden, auf die ich sehr stolz bin. Karl Schorn sei dank, konnten diese digitalisiert werden und stehen auf dieser Web-Seite als PDF-File dem interessierten Leser zu Verfügung.

Meine ersten 25 Jahre Spur Z:
1978 bekam ich zu Weihnachten die obligatorische Anfangspackung mit einer BR 89 und zwei Waggons geschenkt. Damit löste die Spur Z meine HO Eisenbahn ab, die ich von meinem Opa im zarten Alter von 6 Jahren geschenkt und aufgebaut bekommen hatte. Mein Vater meinte, dass ich mit der Spur Z wesentlich mehr Platz hätte und der Keller jetzt vernünftig genutzt werden kann. Naja, nachdem die erste Spur Z Anlage stand, hat er das mit dem Platz revidiert und angefangen, den Keller auszubauen.
1980 begann ich zu studieren und dankte meinem Vater für seine weise Voraussicht Spur Z zu wählen, denn dadurch konnte ich meine Eisenbahn mitnehmen. Sie fand selbst in der kleinsten Studentenbude Platz, da sie, mittlerweile stark im Platz reduziert und optimiert, in einer mittelgrossen Vitrine der Fa. Pancl ihr Zuhause gefunden hatte (auch wenn Besucher die Vitrine regelmässig erst mal für ein Aquarium hielten). Ab 1982 begann ich mich stärker mit Dampflokomotiven zu beschäftigen und Vorbildtreue auf die kleinen Lokomotiven im Maßstab 1:220 zu übertragen. Sehr hilfreich war mir dabei Martin Krüger, der damals ebenfalls studierte. Einige meiner ältesten Lokomotiven stammen von ihm und sind das Ergebnis nächtelanger Diskussionen.
Als dann die ersten Lokomotiven so verloren in ihren Schachteln lagen, reifte in mir der Wunsch diese doch in adäquater Umgebung zu präsentieren, sprich ein Bahnbetriebswerk (kurz BW genannt) musste her. Nach intensivem Studium der einschlägigen BW Literatur und diversen Besuchen von Museums-BWs blieb ich bei dem Bahnbetriebs- werk von Donaueschingen hängen. Es war ein kleines BW mit nur vier Lokständen und war zwischen einer Hauptbahn und einer Nebenbahn in Keilform eingequetscht also optimale Voraussetzungen, dass der Platzbedarf sich in Grenzen hält und das BW trotzdem vorbildgerecht daher kommt. 1986 war das BW Donaueschingen nach 14 monatiger Bauzeit fertig. Ich nahm am 2. grossen internationalen Modellbauwettberb des Eisenbahn-Journals teil. Erst 1988 wurde mein Beitrag dann endlich veröffentlicht. Ich bin heute noch stolz auf mein Erstlingswerk, es enthält u.a. den genauen Gleisplan als auch Fotos von den damaligen Kleinserien-Highlights bei den Dampflokomotiven (u.a. BR 03.10 in Stromlinien Versuchsausführung, die blaue 03.10 (beides Westmodel), oder die allererste 18.5 (Krüger Modelbau) Eisenbahn Journal 7/88 (1.0 MB).
Kurz darauf hielt ich meine Approbation als Arzt und die Promotion in der Hand und durfte jetzt aktiv ins Berufsleben eintreten. Wieder Umziehen, doch die Eisenbahn in den Vitrinen durfte mit. 1987 wurde ich dann vom Modul-Virus angesteckt und im Z Club International liefen die Vorbereitungen für einen grossen Modul-Wettbewerb an. Ich holte mein BW aus der Vitrine und baute es in eins der vorgeschriebenen Module ein (dabei bewährte es sich wie oft, dass auch meine Vitrinenstücke voll funktionsfähig gebaut wurden). 1988 war es dann in Hamburg soweit. Über 10 Module wurden miteinander verbunden, der Zugbetrieb lief vorbildlich und der Wettbewerb begann. Am Ende wurde mein Modul zum schönsten der Ausstellung gewählt und ich war superstolz! Damit begann eine Reisezeit, bei der das BW Donaueschingen auf vielen Aus- stellungen gezeigt wurde und auch noch bei einigen weiteren nationalen und internationalen Ausstellungen Schön- heitspreise gewinnen konnte. In der Clubzeitung des Z Club International startete ich dann eine Serie, in der ich über meine Erfahrungen im Bau des BWs und der zugrundeliegenden Hintergrundliteratur dezidiert berichtete Z Journal 2-3/89 (784 KB)|Z Journal 4/89 (427 KB).
1991 begann ich mit dem Bau eines weiteren Moduls. Als frischer Häusle-besitzer kam ich jetzt in den Luxus eines eigenen, kleinen Eisenbahnzimmers, was meine Kreativität beflügelte. Thematisch blieb ich im Schwarzwald, nur sollte es jetzt eine der schönsten und modellbauerisch anspruchsvollsten Strecken sein die Höllentalbahn von Freiburg nach Hinterzarten im Hochschwarzwald. In der Nähe der engsten Stelle des Tales liegt der Bahnhof Hirschsprung. Er trägt seinen Namen in Anlehnung an eine Mär, die da besagt, dass ein Hirsch auf der Flucht von blaublütigen Jägern erfolgreich versucht hat, von einem ins Tal hineinragenden Felsen aus, in schwindelnder Höhe das Tal zu über- springen. Das stolze Tier ziert heute in Bronze den Vorsprung. Da man das Tal sehr schön zu Fuss erwandern kann und den Bahnhof vom Talrand aus optimal einsehen kann, ist dieses Motiv ideal für Modelleisenbahner. Ein freundlicher, älterer Eisenbahner gab mir dann einen Orginalplan aus der Zeit, als der Bahnhof noch ein richtiger Bahnhof war mit vier Gleisen, einer eigenen Lokstation, Personal, uvm. (als ich den Bahnhof besuchte, war er nur noch eine aufgelassene Haltestelle, die mehr und mehr in sich verfiel). Dieser Plan und die Erzählungen des alten Eisenbahners führten bei mir zu dem Wunsch, die guten, alten Zeiten des Bahnhofs wieder aufleben zu lassen - in der Epoche II, als noch keine Oberleitung hing und die Last der Zugbeförderung noch voll bei der BR 75 und BR 85 lag. Viele Monate später und viele neue Erfahrungen reicher, stand dann endlich der Bahnhof auf einer Fläche von 200cm x 50 cm vor mir. Er war diesmal gleich von Anfang an als Modul konzipiert worden und erlaubte Zugbetrieb. Auch diesen Bahnhof präsentierte ich voller Enthusiasmus auf vielen nationalen und internationalen Ausstellungen, wobei renommierte Eisenbahnjournalisten über ihn berichteten und ich Abbildungen in vielen Journalen fand. Die Krönung war natürlich, dass das Märklin Magazin 1994 ausführlich über die Module Donaueschingen und Hirschsprung berichtete - Märklin Magazin 4/94 (705 KB)|Märklin Magazin 5/94 (953 KB)
Das Modul "Bahnhof Hirschsprung" war in der zweiten Hälfte der 90er Jahren als Leihgabe im Z-Club 92 Museum in Bochum zu sehen. 1997, anlässlich des 25 Jahr Jubiläums unser Spur-Z, veröffentlichte Märklin einen grossformatigen Bildband "Die Welt der mini-club", in dessen Kapitel "Spektakuläre Anlagen" mein Bahnhof Hirschsprung neben den ganz Grossen der Modellbauszene abgebildet war - SPEKTAKULÄRE ANLAGEN (4.0 MB).
Nachdem der Bahnhof Hirschsprung erfolgreich fertiggestellt war, begann ich sofort mit der Planung für das dritte Modul. Es sollte diesmal ein Endbahnhof sein und natürlich im Schwarzwald zu finden sein. Meine Wahl fiel auf den Bf. Lenzkirch - MIBA 1/99 (773 KB).
In dieser Zeit engagierte ich mich für den neu gegründeten Z Club 92 und bekam die Erlaubnis, das Entstehen dieses Moduls für das Z Club 92 Journal in einer fortlaufenden Serie zu dokumentieren - Z Club 92 Revue 1/94 (754 KB).
Ich kam dabei ziemlich ins Schwitzen; nicht nur weil ich quartalsweise vollständig ausgearbeitete Berichte (Text & Bilder) an die Redaktion schicken musste, auch nicht nur, dass ich systematisch durcharbeiten musste, um Fort- schritte zu erzielen (da killt es einen fast, wenn man jede einzelne Tanne 3-7 mal weiss übermalen muss, weil immer die grüne Farbe wieder durchschlägt!), nein, vielmehr war es die Tatsache, dass ich gebeten wurde, ein Gross-BW zu bauen. Geld sollte keine Rolle spielen, nur einzigartig und, und , und........, sollte es sein. Ich konnte der Versuchung nicht wiederstehen und willigte ein. Viele schlaflose Nächte später war ein bayerisches Bahnbetriebswerk ent- standen, das eine Doppeldrehscheibe aufwies, dessen gesamte Bahnbauten in bayerisches Ocker getaucht waren, das über Orginal Bayerische Signale und mechanische Seilzüge verfügte (danke, Detlev!!!), und an Kleinserienmaterial alles verwendete, was auf einem BW benötigt wurde. Viele Teile, wie zum Beispiel die Railex Laternen oder die Unter- suchungsgruben von Bochmann & Kochendörfer habe ich seitdem nie wieder gesehen. Kurz vor Übergabe an den Kunden wurde das BW aber noch für den Modelleisenbahner einmal professionell abgelichtet , so dass ich wenigstens noch einen kleinen Bildbeweis meiner Mühen vorweisen kann - Modelleisenbahner 10/98 (1.0 MB).
2001 bin ich in die Schweiz gezogen, habe meine eigene Firma aufgezogen, und kein neues Modul mehr gebaut. Aber es juckt ganz gewaltig in den Fingern! Und mal sehen, vielleicht steht hier demnächst noch mehr.


Der beliebsteste Fotostandpunkt am Rande des BW Donaueschingen - kein Hintergrund kann stören: Eine BR 18.5 (Vorserie, Krüger) hat sich in Positur gestellt. Frisch aus dem BW kommend, passte nun wirklich nicht mehr Kohle auf den Tender . Erstmals traute ich mich die Schienen "anzurosten", was später Standardoptik wurde.



Blick auf den vierständigen Lokschuppen, der farblich in allem nachbehandelt war und auch Innenbeleuchtung besass. 1985/86 begann die Railex Ära und auch ich verwendete nicht nur das Material mit Begeisterung, sondern war fasziniert von dem neuen Rollmaterial, SKL in der Mitte, links aussen gerade noch zu erahnen die brandneue BR 01. Das Behelfstellwerk vor der BR 01 war von Krüger.



Hochbetrieb im kleinen BW Donaueschingen. Während sich die BR 85 (Westmodel) auf den Weg in den Schwarzwald macht, rollt die BR 38 mit Kurztender (Krüger) zum Arbeitseinsatz. Die blaue 03.10 (Westmodel) kam nur kurz zum Wasserfassen ins BW.



Die Signalbrücke war einer der Highlights des Dioramas, mit Leitlack und Dioden zum Glühen gebracht, wirkten die kleinen Lichtsignale sehr vorbildgetreu. Die Besandungsanlage entstand durch Kit-bashing aus einem N-Bausatz und wurde farblich nachbehandelt und verfeinert. Die weissen Pfähle sind übrigens Markierung, die sich ebenfalls beim Vorbild fanden.



Der Werkstattanbau ist ein halber Märklin Güterschuppen (auch farblich optimiert). Der LKW stammt von Railex, das Rohrausblasgestell von Beier, der Achskran ebenso, die schwarze kleine Köf war eine Sonderlackierung von Railex. Summa summarum, viel Eisenbahnatmosphäre!

Gäste