Neues von der Faszination Modellbau Sinsheim 2009


Wer Z-Modellbahn in abstrakter Umgebung mag, der ist bei Meier Systems richtig. Angeboten werden Komplettanlagen
oder auch nur Gleise und Trassen aus Acryl für Vitrinen oder Tische.



Die Märklin-Neuheiten 09/010 sind ja sattsam bekannt. Mich interessierte hier vor allem die Ludmilla, darum habe ich mal
versucht, mit mit meiner Einfach-Kamera ein Detailfoto zu machen. Obwohl das hier ja kein eigentliches Handmuster ist,
lassen die Proportionen und die Ausführung der Drehgestelle Hoffnung aufkeimen. Wundern würde mich die Verwendung
der V 300-Drehgestelle oder gar von denen der 103 indes nicht...
Der Auftritt von M entsprach genau dem des letzten Jahres, also ohne Z-Anlage. Dass die Mitarbeiter heuer nicht extrem
gut drauf waren kann man in der derzeitigen Situation verstehen. Und ob der Dauerbefragung zur Zukunft waren sie wohl
auch entsprechend genervt.



Für mich DIE Entdeckung in Sinsheim waren die überaus gelungenen Bäume von Model Scene aus Prag. Nicht nur die
Ausführung, sondern auch die Preise waren sehr gelungen. Bekanntlich hat ja ein Wald keinen genauen Massstab,
so eignen sich auch grosse Bäume mit 15 cm Länge durchaus für Z, wenn die Proportionen stimmen.



Ein noch nie gesehenes Preis-Leistungsverhältnis bieten vor allem die Hochstammfichten. Die Exemplare rechts oben sind
immerhin 30 cm hoch und darum nichts für uns Zetties. Hingegen sind die Tannen in der mittleren Ebene ideal und in der
Machart auch den Edel-Flaschenputzern von Heki und Busch weit überlegen. Bisher noch nicht in annehmbarer Qualität
für Zetties erhältlich waren Hochstammfichten. Die mit 15 cm Stammlänge ganz links unten passen durchaus in 1:220,
auch wenn der Stamm dieser Bäume etwas zu dick erscheint, was auch der nette Inhaber bestätigte. Er sagte,
dass eine etwas kleinere Version in der Fertigung kein Problem darstelle.
Bessere Fotos der Hochstammtannen werde ich demnächst auf der Julierbahn machen.



Neu bei Lütke sind verschiedene Bahnsteige. Dieser hier ist als Seitenbahnsteig gedacht, sollte also links und rechts
neben dem Bahnhofsgebäude montiert werden.



Die breite Variante mit zwei Stützen ist als Mittelbahnsteig gedacht. Man beachte die überaus fein gefrästen Tragwerke!



Sehr imposant, die neue Bahnsteighalle. Viele Kunden empfanden sie als zu gross, aber sie ist 1:220!



Beeindruckend neben den Proportionen, sind die feinen Tragwerke. Das Vorbild steht in Grossbritannien, die Halle ist aber
durchaus auch im deutschsprachigen Raum einsetzbar. Von einem passenden Bahnhofsgebäude existiert derzeit nur die
bahnseitige Wand. Ich habe angeregt, dieses evtl. auch als Halbrelief anzubieten, wenn es denn kommt. Weiterhin waren
die schon bekannten Neuheiten, wie die Reithalle und der Bauernhof zu sehen. Diese waren wie immer sauber gemacht.



Bei Kuswa gab es die schon länger bekannten Ätzschilder in bestechender Qualität. Neu gibt es verschiedene kleine
"Abfallprodukte" aus grösseren Spuren, die aufgrund ihrer feinen Abmessungen auch für Z einsetzbar sind: Scheinwerfer,
Dachlüfter, Griffstangenhalter, und Fanfaren. Nachgedacht wird über eine Z-Version eines bekannten Ergänzungssatzes.
Mit diesem liesse sich aus einem Eaos Hochbordwagen ein Ealos mit erhöhten Stirnwänden für Holztransporte machen.



Ausserhalb des Anlagenwettbewerbs hielten der Z-Stammtisch Rhein-Ruhr die 1:220-Flagge oben. Die vielen schönen
Module zeigten die Vielfalt, die in Z heute möglich ist. Vom Wasserschloss über Kleingärten zum Stahlwerk,
vom Flughafen über einen Rheinarm in die Gas- und Ölverarbeitung und -lagerung.



Einer der Eyecatcher der Modulanlage: Das Trafofüchsin-Modul mit dem Kleingarten und der Modulanlage in 1:220.



Schönes Detail für Messebesucher, die genau hinschauen: Das Storchennest auf dem alten Bauernhaus.



Wer hätte das gedacht: Die HellZ Angels fahren auch am Tag mit Licht, ganz so wie es die STVO vorschreibt!



Preisverleihung des Anlagenwettbewerbs: Für die drei Zetties Piero Sbiroli, Thomas Globisch und Karl Scharf gab es leider
keinen der ersten drei Ränge. Die anderen wurden in der Rangfolge nicht genannt, es gab also sieben 4. Plätze.
Ich fand es toll, dass wieder drei Z-Anlagen zu sehen waren, die in einem starken Feld antraten.


Das Leben in Liependorf: Zumindest der Preisverleiher Dr. Franz Rittig hatte diese Anlage wohl als Highlight gesehen.
Ich schätze, nur der sichtbare Kreisverkehr wurde von der Jury nicht so geschätzt und führte knapp zur Abwertung auf
den (wahren) vierten Platz.

Noch ein paar Worte zum Schluss:
Seit 1998 besuche ich die Messe in Sinsheim. Seit dazumals hat sich die Faszination Modellbau stark gewandelt. Ebenso gewandelt haben sich die Informationspraktiken und -möglichkeiten der grossen Hersteller. Füllte die Modellbahn früher zwei Hallen, so ist es jetzt nur noch eine. Breite Gänge und eine grosse Restaurantfläche zeugen davon, dass auch diese nicht mehr ganz gefüllt werden kann. Viele Hersteller aus der Branche kommen nicht mehr. Faller, Vollmer, Busch, Noch, und mit ihnen viele weitere Grosse aus der Modellbahnbranche.
Früher war Sinsheim das erste Kontaktaufnehmen mit den Nürnberger Messeneuheiten. Heute werden die Neuheiten schon Wochen vor der Nürnberger Messe bekanntgegeben und anschliessend in den Internetforen auseinander genommen. Ist es nur die neue Art der Information oder ist es der Niedergang einer ganzen Branche, der mit Roco nicht anfing und mit Märklin nicht aufhören wird?
Ich glaube, beides! So entwickelte sich die Faszination Modellbau Sinsheim in den vergangenen Jahren zurück zu einer bestenfalls noch überregionalen Messe mit Schwerpunkt Verkauf durch den immer stärker vertretenen (Modellauto-) Fachhandel und zum Glück noch etlichen Kleinserienherstellern - Tendenz abnehmend. Für uns Z-Freunde ist leider nicht mehr soviel dabei, wie in den vergangenen Jahren und es zeichnet sich ab, dass sich ein Besuch für Zetties baugrössenbezogen kaum noch lohnt. Man darf also gespannt sein, was die Umsiedlung nach Karlsruhe im kommenden Jahr an neuen Impulsen bringen wird.

Was mir noch auffiel:
Immer wieder beklagen sich die Z-Modellbahner über zuwenig Zubehör und hier auch speziell Hausmodelle - so geschehen auch bei Lütke am Stand. Was ich nicht nachvollziehen kann...
Schliesslich könnte man nur mit dem hier gezeigten eine Anlage voll ausstatten, von den anderen Herstellern, wie Faller, Vollmer, Kibri, MBZ, den verschiedenen Kartonbausätzen und Metallkleinserien ganz zu schweigen.
In den Köpfen der Modellbahner existiert scheinbar immer noch die Meinung, nur die drei klassischen Hersteller hätten Z-Häuser im Sortiment. Das verstehe einer!

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