Die internationale Modellbahnausstellung München 2007

Die internationale Modellbahnaustellung in München ist traditionell die letzte grosse Messe des Jahres. Alle zwei Jahre dürfen sich die Modellbahner über Anlagen aller Spurweiten, Hersteller und Händler unter einem Dach freuen. Für mich war es der erste Besuch dieser Ausstellung, die in Fachkreisen einen guten Ruf geniesst.
Z-Attraktion war die komplette Modulanlage von Manfred Jörger mit dem erstmals gezeigten Anhalter Bahnhof.

Während auf der Modulanlage der Zugbetrieb im Automatikbetrieb läuft, ist beim Anhalter Handarbeit gefragt. So durfte ich denn auch einen halben Tag lang Hilfsrangierer bzw. Lokführer spielen und die Vorzüge der Magnet- entkuppler eindrucksvoll demonstrieren. Mit einem Reisezug langsam in den Bahnhof einfahren (allein das ist angesichts des Gleisbilds schon ein Erlebnis), mit Hilfe der Kamera und des Monitors die Lok am Gleisende vom Zug abkuppeln, während die Reisenden aussteigen. Schliesslich mit der frischen Zuglok aus dem BW rückwärts an den Zug heranfahren, sanft ankuppeln und die Ausfahrt geniessen, während die Lok die den Zug gebracht hatte, in Richtung BW rollte. Manch einer, der die Geduld für vorbildgerechte Geschwindigkeiten aufbrachte, rieb sich ungläubig die Augen ob der Perfektion des Lok- und Richtungswechsels.

Paradestück im Bau: Der imposante Anhalter Bahnhof von Manfred Jörger.



Höhenrichtig und massstäblich umgesetzt wurden die Bahnsteiggleise und das Vorfeld.



Die Bahnhofshalle vom Landwehrkanal aus gesehen - sehr elegant...



Die Dimensionen sprengen alle bisherigen Z-Bauten.



Auch lange Züge werden souverän geschluckt.



Dank Eckhard König liess sich die Einfahrgruppe korrekt umsetzen.Man beachten den Hosenträger links! Die Brücke wurde aus Metall gefräst, die Ansteuerung der Weichen darauf erforderte eine Ingenieursleistung - hier kommen Messingrohre und Stelldrähte zur Anwendung.



Die Ausfahrt: Links geht es direkt auf die Hauptstrecke, die Gleise rechts führen ins Betriebswerk.



Das Stadtmodul mit Lütke-Häusern und Hödl-Tram. Diese zog unermüdlich mit wunderbaren Fahreigenschaften ihre Runden.



Kommen wir zu den Neuheiten: Bei Conrad ist der Schienenbus ohne Werbeaufdruck lieferbar. Die Beschriftung ist dem heutigen Stand der Technik entsprechend lupenrein. Auch die Uerdinger Raute wurde aufgedruckt, allerdings ohne schwarzen Untergrund.



Ein echtes Highlight für E-Lok-Freunde: Die geätzte Fahrleitung von Heckl macht Schluss mit "Wasserleitungen" über den Pantografen. Selbst in der Nahaufnahme wirkt sie noch fein. Hier weist nur noch die Kupplung auf Z hin. Die Produktion ist für 2008 vorgesehen.



Zur Fahrleitung die feinen Masten. Die Reichsbahnausführung ist ab Epoche II bis in die heute Zeit verwendbar.



Über das Insidermodell 08 wurde viel spekuliert und ob der Modellausführung diskutiert. Leider waren die Mitarbeiter von Märklin nicht im Bilde über technische Eigenschaften und verwiesen auf die Angaben im Prospekt. Den Antrieb auf nur ein Drehgestell nehme ich nicht ab, das geschlossene Zugbild des "handgeschnitzten" Musters hingegen gerne!



Auch wenn dieses Bild nicht wirklich aussagekräftig ist, dürfen wir uns sicher über ein akurat bedrucktes und lackiertes Modell freuen.



Liefertermin Dezember 07. Hier steht aber noch das Handmuster...Commodore Vanderdilt - Rechtschreibfehler inclusive.



Was ist wohl dem Taurus widerfahren? Ein derart beschädigtes Modell habe ich selten in einer Vitrine gesehen. Da fällt die Entgleisung auch nicht mehr auf.



Für Eisenbahnromantiker. Hier wird bedruckungstechnische Meisterarbeit verlangt!



Nix Neues bei der E 50. Sind die Serienmodelle noch so weit entfernt, dass die Bastelarbeit Stellvertretung machen muss? Auch hier: Liefertermin Dezember - für vorbildgerechte Drehgestelle warten wir auch gerne länger!



Die hat schon manchen Messebesucher gesehen. Märklins altbekante Messeanlage schreit nach Ablösung! Und die Zuggarnituern waren teilweise echt abstrakt. Eine Casey Jones im dörflichen Deutschland der 70er? Na ja...



Diese Servoantriebe schalten die König-Weichen auf den Anhalter Segmenten, kompakt, einfach, zuverlässig.



Bei Lütke waren die neuen Holzhäuser aus dem Starnberger Raum zu sehen. Natürlich sind sie auch für nicht-bayerische Anlagen geeignet.



Was es sonst noch zu sehen und erfahren gab:
ADP: Der 2006 als Prototyp gezeigte VW Passat ist bisher nicht produziert worden. Die Gussform erforderte zu viele Nacharbeiten an den Gehäusen. Die Form soll eventuell 2008 überarbeitet werden, sicher ist es aber nicht.
CT: Der neue DCX75 ist mit seinen überaus kompakten Abmessungen für einige Lokmodelle interessant, bei denen die Dicke des Decoders keine grosse Rolle spielt.
Heckl: Die bekannten Rückstände, E 44, Schnelltriebwagen, sollen 2008 produziert werden. Zukünftig wird der Schwerpunkt bei verschiedenen Wagentypen liegen, die von Ep. II bis IV in Deutschland eingesetzt wurden. Neben Reisezugwagen sind auch Güterwagen geplant. In Zusammenarbeit mit anderen Kleinserienherstellern sollen gedrehte Puffer in massstäblicher Ausführung realisiert werden. Auch der Austausch bei Märklin-Fahrzeugen soll möglich sein.
Kuswa: Gerd Kuswa hatte eine Auswahl von Lokschildern verfügbar. Daneben gab es noch geätzte Traversen für Telegrafenmasten. Schwerpunkt bilden weiterhin die grösseren Spuren, denkbar wären zukünftig aber z.B. Verfeinerungssätze für bestehendes Z-Rollmaterial.
Mo-Miniatur: In der Vorbereitung ist ein Mähdrescher älterer Bauart, dieser besteht erstmals aus geätztem Metall und soll sehr fein gestaltet werden. Das angekündigte Mercedes-Benz Taxi ist derzeit noch nicht verfügbar.

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