Bericht von der Modellissima Altstätten 2005

Auf der Spielmesse St. Gallen 2002 wurde ich von den Organisatoren der Modellissima gefragt, ob ich Lust hätte, im Jahr 2005 an der Modellissima teilzunehmen. Angesichts der ersten Schritte bei der Surava- Zm-Anlage gab ich damals mein OK in der Absicht die Rhätische Bahn im Masstab 1:220 in Altstätten zu präsentieren.
Nachdem das Projekt der reinen Schmalspuranlage verworfen wurde, gab es beim Anlagenbau einen mehrmonatigen Stillstand. Zum Glück hatte ich im September 2004 die Eingebung der Julierbahn, so dass ziemlich genau 12 Monate vor der Ausstellung mit dem Bau der neuen Anlage begonnen werden konnte. Mit einer langen Sommerpause ohne nennenswerte Baufortschritte kam ich so auf eine Bauzeit von ca. 8 Monaten.

In Altstätten fand der erste Härtetest der Julierbahn statt. Während 21,5 Stunden verteilt auf 3 Tage war die Ausstellung für die Besucher geöffnet.
Im Vorfeld blieben doch einige betriebstechnische Fragen offen:
- Ist die Anlage verwindungssteif und übersteht sie den Transport ohne Schäden?
- Halten die Loks den Dauerbetrieb auf den starken Steigungen mit schweren Zügen durch?
- Wie sieht es mit dem Verschleiss der Haftreifen aus angesichts der o.g. Faktoren?
- Bekomme ich die Blocksteuerung der Software in den Griff?
- Ist auf der Anlage genug Betrieb um die Besucher zu unterhalten?

Basierend auf meinen Erfahrungen bei der Blumendorf-Anlage bekam die neue Bahn einen sehr stabilen Unterbau. Ohne Verzugserscheinungen und rissfrei präsentierte sich die Anlage auf der Ausstellung und inzwischen auch wieder daheim.
Für Z-Freunde keine Überrraschung - die Technik erwies sich als standfest. Die zuvor gewarteten Loks erfüllten die Anforderungen weitgehend störungsfrei. Lediglich die Sersa - V 100 zeigte schon nach einigen Stunden erhöhte Temperatur, was auf zugesetzte Kollektorspalte des 5-Polers schliessen liess. Die Lok wurde deswegen aus dem Betrieb genommen. Sämtliche anderen Loks zeigten keine spezielle Erwärmung, die Danzas 460er mit Faulhabermotor blieb gänzlich kalt.
Bei den Haftreifen war kein Verschleiss erkennbar, eine Reinigung vor dem dritten Betriebstag war die einzige Massnahme.
Die Blocksteuerung, die neben sicherem Betrieb vor allem die bessere Kommunikation mit den Besuchern ermöglichen sollte, konnte leider nicht in Betreib genommen werden - die Züge gingen immer wieder "verloren", damit war der Automatikbetrieb nicht möglich. Mittlerweile habe ich eine Demoversion einer anderen Software auf dem Notebook und werde damit vielleicht bessere Erfahrungen machen.

Während der Tage kam es gelegentlich auch zu mehr oder weniger schweren Störungen, die fast ausschliesslich auf menschlichem Versagen basierten. Grund war jedesmal eine Auffahrkollision zweier Züge, wenn sich die Betreuer eingehender mit dem Publikum befassten. Echte Entgleisungen konnte ich nur zweimal feststellen. Überraschenderweise mussten weder Schienen, noch Loks geputzt werden. Eine Fahrt mit dem Reinigungswagen nach dem Aufbau der Anlage war die einzige Reinigung. Die Spur G - Bahner nebendran waren jeden Morgen mit diversen Putzartikeln dran und deren Digitalloks hatten Probleme mit der Übertragung des Digitalsignals...

Ungläubiges Staunen vor allem bei Grossbahnern rief der Intercity-Pendel hervor. Manche mochten es kaum glauben, dass die 460er ihren Zug aus sieben Wagen zuverlässig Runde um Runde über die Anlage schob. Ähnlich beeindruckt waren die Besucher von den angehängten Lasten bei den Steigungen - bis zu zwanzig Containerwagen brachte der HUPAC-Taurus über den Berg!

Sehr erfreulich war der überaschende Besuch einiger Z-Freunde, die ich nur aus Internetkontakten kannte. Dafür möchte ich mich ganz herZlich bedanken! Einer der Z-Stars, wenn auch nur ein ganz kleiner, feierte in Altstätten Premiere. Der erste lackierte, aber noch unbedruckte Tm II im Masstab 1:220 durfte immer wieder einmal eine Runde auf der Strecke drehen - natürlich nur als Anhängsel eines Bau- oder Güterzuges.
Neben der Julierbahn hielt noch Alfred Schön's Moffatline die Z-Fahne hoch, diesmal mit erheblich weiter ausgestaltetem Betriebsgelände und einigen neuen Details.
Ingesamt war die Modellissima eine wirklich Show mit qualitativ hochstehendem Modellbahnbau und unglaublich viel Betrieb auf den Anlagen. Eine Werbung für unser Hobby - Z inklusive ;-)

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