Digital easy

Digitalisieren mit VELMO-Decodern

Die digitale Modellbahn hat sich in den letzten Jahren fast bei allen Spurweiten etabliert. Die grossen Spur 1-Modelle sind praktisch immer mit Decoder ausgerüstet, die H0-Modelle von Märklin ebenso. Sonstige aktuelle Lokomotiven der Spuren H0, TT und N sind entweder ab Werk digitalisiert erhältlich, oder zumindest mit einer Schnittstelle versehen.

Die Ausnahme bilden die Z-Modelle aller Hersteller. Da die gebräuchlichen Schnittstellen und Decoder für die Z-Fahrzeuge zu gross sind bzw. waren, stellte die Digitalisierung lange Zeit eine aufwändige Arbeit für fingerfertige Bastler dar.
In Modellen der US-Hersteller MTL und AZL wird seit einiger Zeit zumndest ein Einbauplatz vorgesehen.
Neuere Kleinserienloks von Bahls können als digitale Version bestellt werden, solche von FR sind auch mit einer Aussparung für einen Decoder versehen. Auch wenn die Decoder immer kleiner wurden, und der Einbau dadurch erleichtert ist, bleibt eine Tatsache festzuhalten: Ein Decoder in Z-Lokomotiven von Märklin erfordert in praktisch allen Fällen Fräsarbeiten und nicht rückgängig zu machende Änderungen an der Platine. Bei einem späteren Wiederverkauf verliert das Modell unter Umständen an Wert, da Bestandteile im Inneren eben nicht wieder in den Originalzustand versetzt werden können.

Claudius Veit suchte vor einigen Jahren eine Lösung für dieses Problem und konstruierte für Loks mit Leiterplatte im Inneren Platinen mit integriertem DCC-Decoder. Die zunehmende Nachfrage ergab neue Platinen für verschiedene Loktypen, später auch solche mit Schnittstelle und für Selectrix-Freunde schliesslich die neueste Generation mit integriertem Sx-Decoder von D&H. Im Angebot seiner Firma VELMO finden sich mittlerweile verschiedenste Lösungen, wie mehrteilige Decoder für die E 94 oder die V 100. US-Bahner können z.B. Märklins GG-1 auf einfache Art umrüsten.
Speziell sind auch die Lichtlösungen: So werden die Spitzenbeleuchtungen mit SMD-LED realisiert, was z.B. älteren Konstruktionen wie der SBB Re 4/4 IV zu einem warm-weissen und vorbildgerechten 3/1 Lichtwechsel verhilft. Beim Fliegenden Hamburger ist auch in der motorisierten Hälfte eine Beleuchtung integriert und die werksseitige Halblösung beseitigt.
Der Einbau einer Velmo-Platine ist denkbar einfach: Gehäuse abnehmen, die Originalplatine herausnehmen, die Digitalplatine einbauen - fertig. Evtl. müssen die Motorkontakte noch leicht nachjustiert werden, dann kann die Probefahrt folgen und anschliessend die Programmierung des Decoders vorgenommen werden.

Die Preise der typspezifischen Velmo-Decoderplatinen liegen natürlich über denen der Grossserienprodukte. In Anbetracht der Eigenschaften, der optimalen Beleuchtungslösung und des Werterhalts kann aber definitiv von einer lohnenden Investition gesprochen, wenn man Digitalbetrieb wünscht. Die VELMO-Artikel sind so gesehen im wahrsten Sinne des Wortes preiswert.
Aussen vor bleiben derzeit die Freunde der Dampfloks - hier ist wohl auch kurzfristig keine Lösung in Sicht, die das Digitalisieren vereinfachen könnte. Keine Leiterplatte - kein VELMO-Decoder, schade eigentlich...

Weiterführende Informationen gibt es bei VELMO

Nachfolgend der Einbau eines Decoders und einige Fotos der beleuchteten Loks.


Ein Chassis der Re 4/4 IV von Märklin, die Glühlampen der Beleuchtung sind schon herausgenommen.



Zuerst wird die Schraube, die zur Sicherung und Masseverbindung der Platine dient, herausgeschraubt.



Mit einem Schraubenzieher vorsichtig zwischen Platine und Chassis gesteckt...



...lässt sich die Platine leicht abheben.



Die VELMO-Platine und das Original im Vergleich: Das Schraubloch für die Masseverbindung ist diagonal versetzt (rote Pfeile). Die Beleuchtungseinheit ist an der Hauptplatine angelötet und passt später problemlos ind das Lokgehäuse.



Wegen der Anordnung des Schraublochs muss die kleine Senkschraube (roter Pfeil) in das Loch unter dem orangen Pfeil versetzt werden.



Nach dem die Senkschraube am neuen Ort sitzt, kann die Platine montiert werden.



Zu beachten ist die Ausrichtung der Motorkontaktbleche - hier muss eventuell etwas nachgebogen werden.



Nun noch die Masseschraube eindrehen und der Umbau ist vollbracht.



Drei Chassis der Re 4/4 IV. Hinten der Originalzustand, in der Mitte ein Selbsteinbau mit Golden White LED, zuvorderst die VELMO-Lösung.



Auf der Anlage geht es zum Funktionstest: Dreilicht-Sptzensignal...



...und weisse Schlussbeleuchtung der Lok.



Mit aufgesetzem Gehäuse ergibt sich eine angenehme Lichtfarbe und -stärke.



Die Rückbeleuchtung: Ganz leicht schimmern auch die eigentlich dunklen Lampen, weil durch den Lichtleiter ein kleiner Teil des Schlusslichts auch an diese geleitet wird. Im Anlagenbetrieb bei Tageslicht fällt das nicht auf. Wen es dennoch stört, kann den Lichtleiter durchtrennen



Mit einer anderen Beleuchtungslösung präsentiert sich die 111. Eine weisse LED übernimmt das Spitzenlicht, eine nach unten strahlende rote die Schlussbeleuchtung.



Auch hier ist die Wirkung der Lampen überzeugend.



Damit die obere Lampe nicht rot glimmt, wurde hier der Lichtleiter durchtrennt - das Ergebnis spricht für sich.


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