Die 260 - (k)eine Unmöglichkeit?

"Jetzt geht's ans Eingemachte", denke ich beim Anblick der BR 260, "ob das ohne Profiausrüstung machbar ist?"
Also ran an die Arbeit, Probieren geht über Studieren...

Wie bei den meisten Einbauten:
Zuerst kommt das Zerlegen. Sinnvoll ist auch eine "Hauptuntersuchung", alle Teile reinigen und kontrollieren, das ist oft sowieso notwendig. Frisches Schmiermittel und ein sauberer Motor sorgen später für Fahrgenuss.



Unter dem langen Vorbau hoffe ich den benötigten Platz zu finden. Oberhalb des Getriebekastens habe ich schon ca. 1.5mm weggefeilt. Die Materialstärke beträgt jetzt teilweise nur noch 0.2mm Mit dem Fräser muss noch die rot schraffierte Fläche in der Höhe angepasst werden.



Nachdem die besagte Fläche herausgefräst ist, kommt das erste Probeliegen.



Das Chassis ist fertig vorbereitet.



Sehr langwierig sind die Fräsarbeiten am Gehäuse. Man muss sich schön langsam vorarbeiten und den Decoder immer wieder probehalber in die Vertiefung legen. Zum Schluss sieht man die Gehäusefarbe fast von innen, es geht um Hundertstelmillimeter!



Mit den recht primitiven Werkzeugen sind die Arbeiten nicht ungefährlich für das Modell, man muss sehr aufpassen. Auch der Decoder wurde noch etwas angeschliffen, es geht auch hier um Zehntel.



Eine heikle Angelegenheit ist auch das Kunststoffteil, das die Bürsten und die Radschleifer isolierend unterbringt. Man muss es längs halbieren und die Hälften abfräsen. Der Decoder findet zwischen beiden Teilen Platz. Die Teile werden mit Sekundenkleber am Chassis befestigt und weiter abgefräst, bis der Decoder passt. Er muss bis auf die Metallfläche reichen.



An den Radschleifern habe ich Kabel angelötet, weil die normale Verbindung zu den Bürstenfedern sowieso isoliert werden muss. Die Radschleifer werden mit dem Stromeingang des Decoders verbunden, die Bürstenfedern mit dem Motorausgang des Decoders.



Der Decoder in eingebautem Zustand. Der Platz ist gerade ausreichend. Ankleben muss man den Decoder nicht, er kann sich auch so nicht bewegen...



Beim Einbau der Bürstenfedern ist die Position der Kohlen am Kollektor zu beachten, sie sollten wirklich mit der ganzen Breite anliegen, sonst läuft der Motor schlecht. Die Kabel habe ich mit etwas Farbe isoliert, auch Metallteile des Chassis bekamen diese "Isolierung".



Kaum zu glauben, das Gehäuse passt!



Am Lüftungsgitter ist der Lack abgeplatzt, weil das Metall darunter sich beim Decodereinbau nach aussen verbogen hat. Es zeigt dass man wirklich keinen Spielraum mehr hat, der vorhandene Raum ist vollständig ausgereizt.
Die Zerstörungsgefahr ist bei diesem Modell sehr hoch, ich rate, den Umbau beim Fachmann machen zu lassen. Ich werde den Lackschaden im Rahmen einer Alterungsaktion retuschieren. Für ein neues Modell wäre das wohl ein zu hoher Preis.

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