Einbau eines Decoders für die Steuerwagenbeleuchtung

Der Lichtwechsel bei Steuerwagen ist im Digitalbetrieb nicht ohne weiteres möglich. Da ständig ca. 10 V Wechselspannung am Gleis liegen,
hilft hier nur ein Decoder weiter. Normalerweise wäre ein Schaltdecoder hier die richtige Wahl. Dieser bietet aber meines Wissens keinen
automatischen Lichtwechsel und auch keinen speziellen LED-Stromausgang, also fiel meine Wahl auf den aktuellen 050Z.

Eine warmweisse (im Bild die orangefarbene) und eine rote LED (die SMD am Wagenende) wurden gemäss dem Verdrahtungsplan (siehe weiter unten) angeschlossen. Die Innenbeleuchtung hängt am Motorausgang und verfügt noch über einen Goldcap zur Stabilisierung. Man braucht nur 1 Fahrstufe einzuschalten und die Beleuchtung erstrahlt in vollem Glanz ;-). Die ursprüngliche Platine wurde entfernt. Das Ergebnis ist auf der Beleuchtungsseite zu sehen.



Einbautipps für den DHL 050Z

Der DHL050Z ist der erste Decoder, der den Lichtstrom umpolt und damit speziell für die Miniclub-Beleuchtungen der neuen Generation geeignet.
Die Spannung des Lichtausgangs ist speziell auf die LED abgestimmt. Stromvernichtende Widerstände gehören somit der Vergangenheit an.

Erster Einbaukandidat ist die BR 218. Die Leiterbahnen wurden an den roten Markierungen durchtrennt, der Widerstand (W) ausgelötet, auch der Kondensator (K) hat seine Schuldigkeit getan - raus damit.



Ich habe mich entschlossen die Platine weitgehend zu erhalten, weil ich das übliche Kabelgewirr vermeiden wollte. Ein Stück Platine wurde herausgesägt, um Platz für den Decoder zu schaffen.



Hier ist der Decoder bereits eingebaut. Er ist kaum dicker als die Platine und macht daher keinerlei Probleme. Die Kontaktplatten (rote Pfeile) für die Beleuchtung im Gehäuse konnten erhalten werden, somit ist dies wie bisher problemlos und frei abnehmbar.



Die Beleuchtungen werden neu in Reihe geschaltet, was keinen grossen Aufwand darstellt. Die linke und die rechte Einheit müssen diagonal verbunden werden.



Hier der Anschlussplan aus der Betriebsanleitung. Oben für zweifarbigen Lichtwechsel, unten für einfarbigen.



Decodereinbau in Drehgestelloks

Relativ einfach ist der Einbau in diese Loktypen, in Länge und Breite ist genug
Platz vorhanden, nur die Einbauhöhe des Decoders ist manchmal zu gross.

Die BR221 bekam als erste den DHL-100 Decoder.
Zu sehen auch der Widerstand für die Leuchtdiode.



Als nächste war die V160 dran, der Verkabelungsaufwand war wegen der im Gehäuse liegenden Beleuchtung um einiges grösser.



Bei der BR216 musste zum ersten mal die Metallfeile ran, um Platz für den Decoder zu schaffen.



Der Decoder passt bei den Drehgestelloks problemlos, lediglich die Bauhöhe von 2,7mm macht einige Nacharbeiten erforderlich.

Decodereinbau die die BR 78 (Märklin 8806)

Diese Bilder zeigen, dass selbst in scheinbar ungeeignete Modelle ein Decoder eingebaut werden kann.
Trotz meiner Beschreibung und der Funktionstüchtigkeit des Modells möchte ich den Einbau nur erfahrenen
Z-Bahnern empfehlen, da ein gewisses Zerstörungsrisiko besteht!

Weil beim Einbau auch gesägt und gefeilt werden muss, ist ein völliges Auseinandernehmen der Lok nötig. Die anfallenden Metallsplitter setzen sich überall ab. Wer noch nie eine solche Lok demontiert hat sollte den Einbau vielleicht einem Profi überlassen, oder zumindest eine Explosionszeichnung zur Hand haben, gerade das Getriebe und die Treibachsen verzeihen keine Fehler!



Der DHL-100 findet im Kessel seinen Platz. Der rot umrandete Teil vom Chassis muss abgefräst oder -gesägt werden, ich habe mit der Laubsäge und einem Metallsägeblatt gute Erfahrungen gemacht. Mit einer Metallfeile wurde der Einbauplatz dann vorsichtig begradigt. Der rote Pfeil zeigt auf eine relativ kritische Stelle. An dieser beginnt schon das Getriebegehäuse mit einem Zwischenzahnrad. Trotzdem hat der Decoder gut Platz und hält einen sicheren Abstand zum Zahnrad. Wichtig ist die sorgfältige Säuberung des Chassis nach Ende der Metallarbeiten! Es dürfen keine Metallspäne im Getriebebereich zurückbleiben!



Die Einbaustelle und der Decoder von nahem. Die Masse von 9 x 14 x 2.7 mm lassen in vielen Z-Fahrzeugen einen relativ problemlosen Einbau zu. Die Wrap-Drähte des Decoders kann man vorbiegen und sie halten ihn ohne Kleben fest. Für flexible Verbindungen sind sie nicht geeignet.



Nun ist das Metallteil abgesägt und das Chassis für den Einbau bereit. Die schräge Stelle links unter dem Decoder ist wegen den Getriebe nötig. Es zeigt sich, dass man auch mit einem sehr kleinen Decoder wenig Spielraum hat. Der Zapfen rechts am Chassis trägt das Beleuchtungselement und begrenzt den Raum zur anderen Seite. Der Gewichtsverlust hält sich in Grenzen, der abgesägte Teil wiegt nur 1 - 2 Gramm.



Vor dem Decodereinbau wurde die Lok wieder zusammengesetzt, dies war mit Abstand der mühevollste Teil der Aktion. Besonders das Getriebe und die Treibachsen erfordern höchste Konzentration. Sehr wichtig ist, dass kein allesfressender Teppich in der Nähe ist, umherspringende Getriebebestandteile lassen sich eben nicht immer vermeiden und wenn was verlorengeht, nützt der Decoder wenig.



Auf diesem Bild sind die vorgebogenen Anschlussdrähte zu sehen. Zwei an die Radschleifer, zwei an den Motor, zwei für den Lichtwechsel. Die Beleuchtung wird jeweils mit einem Pol an die Radschleifer angeschlossen.



Scheinbar wie gemacht ist der DHL-100 für die BR 78, müsste man angesichts dieses Bildes denken, allerdings erfordert der Einbau schon ein wenig Mut und auch Erfahrung mit Z-Lokomotiven und Decodern. Die Verdrahtung wurde vollkommen neu gelegt und auch an die Beleuchtungseinsätze mussten erst Kabel angelötet werden. Unbedingt ist der Beleuchtung ein 680 Ohm-Widerstand vorzuschalten um den Strom zu begrenzen!



Dampftechnik und Hightech-Elektronik vereint, könnte man dieses Bild nennen. Natürlich fährt die Z - 78er ja sowieso nicht mit Dampf, aber jetzt fast so schön wie das Vorbild...

Decodereinbau in die BR 24

Die BR 24 mit ihrem Schlepptender stellte auch wieder eine Herausforderung dar. Die Stromverteilung Lok - Tender ist nicht ganz einfach, man benötigt 4 Leitungen für den Digitalbetrieb und zusätzlich eine Tenderstromaufnahme.

Erstes Probeliegen: der Decoder passt problemlos...



An die Kontaktbleche wurden feine Litzen von Mayerhofer angelötet. Sie verbinden die Stromabnehmer von Lok und Tender mit dem Eingang des Decoders.



Die Tenderstromaufnahme mittels durchbohrten Neusilberblechen, die auf die
Achsen gesteckt wurden.



Den Motorträger habe ich mit Bohrungen für eine saubere Kabelverlegung versehen. Die Kabel müssen unbedingt einen gewissen Spielraum haben und sehr flexibel sein, da sonst der Tender zum Entgleisen neigt. Trotz der 4 Leitungen gibt es so keine Probleme.



Die langen Bürstenträger beziehen den Strom normalerweise direkt von den Kontaktblechen. Da nun der Decoder für den Motorstrom verantwortlich ist, müssen die Bürsten isoliert eingebaut werden. Dafür genügt ein Stück Klebeband als Isolierung.



Der Decoder fertig eingebaut:
Lok- und Tendergehäuse passen problemlos, ich habe den Decoder auf der Unterseite isoliert, aber nicht festgeklebt. Auch das kommt der Fahrsicherheit zugute, es gab bisher keine Entgleisungen wegen der Verbindung. Im Tender sorgen Bleikugeln für mehr Gewicht.



Die 260 - (k)eine Unmöglichkeit?

"Jetzt geht's ans Eingemachte", denke ich beim Anblick der BR 260, "ob das ohne Profiausrüstung machbar ist?"
Also ran an die Arbeit, Probieren geht über Studieren...

Wie bei den meisten Einbauten:
Zuerst kommt das Zerlegen. Sinnvoll ist auch eine "Hauptuntersuchung", alle Teile reinigen und kontrollieren, das ist oft sowieso notwendig. Frisches Schmiermittel und ein sauberer Motor sorgen später für Fahrgenuss.



Unter dem langen Vorbau hoffe ich den benötigten Platz zu finden. Oberhalb des Getriebekastens habe ich schon ca. 1.5mm weggefeilt. Die Materialstärke beträgt jetzt teilweise nur noch 0.2mm Mit dem Fräser muss noch die rot schraffierte Fläche in der Höhe angepasst werden.



Nachdem die besagte Fläche herausgefräst ist, kommt das erste Probeliegen.



Das Chassis ist fertig vorbereitet.



Sehr langwierig sind die Fräsarbeiten am Gehäuse. Man muss sich schön langsam vorarbeiten und den Decoder immer wieder probehalber in die Vertiefung legen. Zum Schluss sieht man die Gehäusefarbe fast von innen, es geht um Hundertstelmillimeter!



Mit den recht primitiven Werkzeugen sind die Arbeiten nicht ungefährlich für das Modell, man muss sehr aufpassen. Auch der Decoder wurde noch etwas angeschliffen, es geht auch hier um Zehntel.



Eine heikle Angelegenheit ist auch das Kunststoffteil, das die Bürsten und die Radschleifer isolierend unterbringt. Man muss es längs halbieren und die Hälften abfräsen. Der Decoder findet zwischen beiden Teilen Platz. Die Teile werden mit Sekundenkleber am Chassis befestigt und weiter abgefräst, bis der Decoder passt. Er muss bis auf die Metallfläche reichen.



An den Radschleifern habe ich Kabel angelötet, weil die normale Verbindung zu den Bürstenfedern sowieso isoliert werden muss. Die Radschleifer werden mit dem Stromeingang des Decoders verbunden, die Bürstenfedern mit dem Motorausgang des Decoders.



Der Decoder in eingebautem Zustand. Der Platz ist gerade ausreichend. Ankleben muss man den Decoder nicht, er kann sich auch so nicht bewegen...



Beim Einbau der Bürstenfedern ist die Position der Kohlen am Kollektor zu beachten, sie sollten wirklich mit der ganzen Breite anliegen, sonst läuft der Motor schlecht. Die Kabel habe ich mit etwas Farbe isoliert, auch Metallteile des Chassis bekamen diese "Isolierung".



Kaum zu glauben, das Gehäuse passt!



Am Lüftungsgitter ist der Lack abgeplatzt, weil das Metall darunter sich beim Decodereinbau nach aussen verbogen hat. Es zeigt dass man wirklich keinen Spielraum mehr hat, der vorhandene Raum ist vollständig ausgereizt.
Die Zerstörungsgefahr ist bei diesem Modell sehr hoch, ich rate, den Umbau beim Fachmann machen zu lassen. Ich werde den Lackschaden im Rahmen einer Alterungsaktion retuschieren. Für ein neues Modell wäre das wohl ein zu hoher Preis.



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