Eisenbahnimpressionen aus Kanada

Teil 2 - Fraser Valley

Wer den Transkanada Highway nach Osten nimmt, der gelangt ins Tal des mächtigen Fraser River. Ist die Landschaft
zuerst noch hügelig und landwirtschaftlich genutzt, ändert sich das ca. 80 km von Vancouver entfernt auf spektakuläre Weise.
Der Fluss durchbricht das Küstengebirge und erschuf ein enges und wildes Tal, das auch den Bahnbauern zu schaffen machte.
Obwohl die Westküste sehr regenreich ist, wird das Tal nach der grossen Flussbiegung in Hope zunehmend trockener und
schliesslich fast wüstenartig. Die Berge halten den Regen weitgehend ab.


In der Nähe des Hells Gate, einer nur 20 Meter breiten Engstelle des Tales, konnte ich einen Blick auf die Bahn werfen.
Was die Arbeiter der Pionierzeit hier zu tun hatten, dürfte klar sein: Jeder Zentimeter musste dem Fels abgerungen werden.
Eine Arbeit, die viele Todesopfer forderte. Auf der linken Seite die CN-Linie, rechts die der Canadian Pacific.



Nach Hope schiebt eine GE AC4400CW einen langen Autorack-Zug das Fraser Valley hinauf. In einem Siding hatte ich
den ersten Fototermin. Und das Wummern des dicken Diesels ist schon beeindruckend!



Die Tri-Level Auto Racks sind schon riesige Kisten. das nordamerikanische Lichtraumprofil dürfte voll ausgenutzt sein.
Diese Wagen sieht man oft - kein Wunder bei einem voll durchmotorisierten Volk, wie den Kanadiern.



In Boston Bar weitet sich das Tal etwas. Sowohl CN, als auch CP haben hier Sidings und weitere Gleise.
Der Autozug machte hier abermals einen Stop, allerdings war nicht ein Gegenzug der Grund...



...sondern Personalwechsel. Auch die Schubloks haben einen Lokführer an Bord. Die Trucker der Schiene übernachten
wie ihre gummibereiften Kollegen oft fern der Heimat, wie die Reisetasche zeigt. Aber natürlich nicht in der Lok ;-)



Auf der Ostseite des Tales schiebt sich ein langer Hopper Zug über den Bahnübergang. Da wartet man doch gerne.
...in diesem Fall fünf Minuten.



Und dann kommt die Belohnung fürs Warten: Die GE C44-9W 2600 der CN und GE C40-8M 4622 der BC Rail helfen
dem Zug über die Steigungen.



Ungefähr 30 Kilometer weiter bietet die Bahn wieder was für das Auge: Die Sisko Bridges - hier tauschen die beiden
Bahngesellschaften die Talseite mittels stattlicher Brücken. Purer Zufall, dass der Rocky Mountaineer gerade ins Bild fährt!
Im Fraser Valley herrscht für kanadische Verhältnisse dichter Zugverkehr - wenn man sich mit dem Auto im Tal bewegt.



Die Qualität dieser Aufnahme leidet unter dem starken Dunst, der sich später als Rauch von Waldbränden entpuppte.
Diese Brände, so sagte man uns entsetzten Europäern, seien im August normal. Sie richten in der lockeren Vegetation
keinen grossen Schaden an, das Löschen ist sehr schwierig, also lässt man es brennen und rauchen, falls nicht gerade
ein Ort bedroht ist.



Auch diesen Teil beschliesst der von zwei EMD GP40-2LW geführte Rocky Mountaineer, diesmal in Aktion.
Sein Vorteil gegenüber dem Canadian: Er fährt nur tagsüber, so verpasst man keine der grossartigen Landschaften!
Linktipp: Rocky Mountaineer
Im dritten Teil geht es bald weiter flussaufwärts ins Thompson Valley!

Teil 1 / Teil 3 / Teil 4

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