Patriks Eindrücke vom Treffen

Der Gründer des Schweizer Spur Z Treffens, komischer- oder bezeichnenderweise ein Deutscher :-) hatte die Treffen 1 & 2 in nicht gerade zentraler Lage vollständig allein durchgezogen (2002, 2003). Die beiden Treffen erreichten laut dem, was ich gehört habe Besucherzahlen von 8 sowie 12 Spur Z Freunden. Hiernach wurden Stimmen laut, das Treffen an einen zentral gelegenen Ort, beispielsweise Zürich, zu verlagern. Es konnte sich allerdings niemand dazu aufrappeln, tatsächlich in Zürich aktiv zu werden.

Während meines Kontakts zu Jens konnte ich meine grosse Klappe nicht halten und schlug spontan vor, die Sache wegen der schier optimalen Zugsverbindungen in Olten zu machen. Jens' Kommentar "Also mach." Die Raumsache gestaltete sich zunächst schwieriger als gedacht. Obwohl ich bereits im Oktober 03 tätig war, erlebte ich eine Absage nach der anderen. Nur noch durch Glück und dem Kontakt zu Dr. Markus Angst schaffte ich spontan den Zugang zum Zunfthaus zum Löwen, seines Zeichens das ursprünglich älteste Wirtshaus in Olten, heute im Besitz und unter Leitung einer Oltner Zunft. Für meinen Geschmack handelt es sich um sehr schöne Räume. Diverse Imponderabilien während der Organisationsphase sorgten für Unsicherheit vor allem bei den potentiellen Besuchern; hier habe ich sicherlich aufgrund fehlender Erfahrung Fehler gemacht; ich hielt es jedoch für notwenig und nicht mehr als fair, die Freunde der Spur Z während der Organisationsphase so transparent wie möglich zu informieren; immerhin waren es ja die Besucher, die allenfalls mit der Miete von Hotelzimmern und / oder einer weiten Anreise gewisse zeitliche und finanzielle Risiken auf sich nehmen würden.

Eine Woche vor dem Event war der Raum immer noch nicht definitiv, und von Schweizer Seite hatten wir keine einzige definitive Besucheranmeldung. Einer der beiden Organisatoren nahm sogar das Wort "frustrierend" in den Mund, und ich selbst gebe ehrlicherweise zu, dass ich während ein oder zwei Tagen nahe dran war, die ganze Sache definitiv hinzuschmeissen. Am meisten Zeit kostete der Informationsverkehr mit eMails (Gäste, Aussteller) sowie diverse Promotionsarbeit, sowie Absprachen vor Ort und vielfältige Telefonate mit Ausweichmöglichkeiten (Notprogramm), die Nachführung der Organe (Internet-Plattformen) sowie die Organisationsarbeit zwischen mir und Jens, die fast rein auf eMails basierte - im übrigen keine optimale Form der Kommunikation. Während längerer Zeit, dachte ich sogar, Jens würde mit Infos hinter dem Berg halten, beziehungsweise sie nachreichen, sobald er mal Zeit hatte, doch am Schluss musste ich feststellen, dass zum Teil schlicht keine Anmeldungen da waren, die zu kommunizieren gewesen wären. Als ich Jens in Olten zur Stipvisite traf, kam er am Hauptbahnhof mit bandagierter Hand an, die Folge eines schmerzhaften Bastelabenteuers mit Spur Z. Die letzten 2 Monate fielen dann sowohl bei Jens und mir in eine erhöhte berufliche Beanspruchung.

Wenn ich so verfolge, was Jens in dieser Zeit nebst Job alles so machte, kann ich nur rätseln wie er das macht: Diverse (hochwertige) Beiträge auf der Z-List, Präsentation von Bastelarbeiten und Umbauten auf seiner Homepage, Besuche von mindestens zwei Modellbahnevents, diverse weitere Beiträge, Reparaturen von Loks, Arbeit für die Z-Info, Vorbereitung der Digital- und Modul-Präsentation, Akkuirierung von Sargenti & Mikkelsen (Jörger musste leider aus terminlichen Gründen aussteigen), Inserate, Vorbereitung des Rollouts der SBB-Wagen (in Zusammenarbeit mit Mikkelsen) sowie der Vertrieb der frisch lancierten und ausverkauften Lovely "Milch"-Lok (in Zusammenarbeit mit Mikkelsen sowie auch noch Jörger, wenn ich mich nicht täusche) sowie der Uebernahme des Vertriebs der MeMoTek - Produkte in der Schweiz und Liechtenstein, eine Idee, die ich auch hatte, aber auch hier war Jens Zett mal wieder mehrere Ticks schneller als ich ;-) Da kann ich nur sagen: Hard-Working Man Jens und staunen. Jens war dann in der Zeit der kurzen Krise für mich wohl einer von zwei Gründen, die Sache doch noch durchzuziehen; hilfreich seine Art, die Sache nüchtern und rational, systematisch aber doch spontan, und zwischendurch mit trockenem Humor anzugehen. Der Chronist verlor in dieser Hinsicht ein- zweimal sowohl Humor als auch Nerven, was ich heute meiner Unerfahrenheit zuschreibe - aber ich habe gelernt.

Der andere sehr gute Grund: Jo Schlenker, der mich via eMail konstant supportete und meistens dann ein paar Zeilen schrieb, wenn's nötig war; zuerst sah es gar nicht danach aus, als ob er kommen könnte, entschloss sich dann doch, und brachte sich bescheiden aber wirkungsvoll in den Z-Treff ein, insbesondere wurde er, meine ich, zu eine der absoluten Hauptattraktionen. Lediglich bei der Anreise fingen ihm dann die Beine doch noch etwas an zu Schlottern, da wir in den letzten 3 Tagen, als ich mit Roland Kimmich von Railex kommunizierte wegen der Situation am Zoll-Grenzübergang fast ein wenig paranoid wurden. Jens und ich "bearbeiteten" Joachim wohlwollend aber möglicherweise doch wohl etwas "am Limit", um ihn zu überreden, mit der Anlage zu kommen. Jedenfalls schien mir, Jo hätte es so empfunden (Irrtum vorbehalten, aber Jo wird sich äussern, wenn er es für nötig hält). Am Schluss ging alles super-glatt; kein Gedanken mehr an den Zoll, und ich freute mich riesig auf Jo's Kofferanlage. Glücklicherweise meldeten sich alle dann doch noch in den letzten Tagen: Herr Iten von rail4you.ch wollte es auf keinen Fall versäumen, an einem aussichtlosen Event mitzumachen. (Hut ab, Herr Iten!) Roland Kimmich von Railex meldete sich trotz persönlich nicht optimaler Umstände spontan bei mir und versprühte schliesslich trotz nicht vorhandener kommerzieller Aussichten am Z-Treff schliesslich grenzenlosen Optimismus.

Ebenfalls kurz vor Torschluss durfte ich noch Urs Netzer engagieren, der die "Ehre der Schweiz" mit einer besonders schönen Anlage, einem gut gelungenen Hybrid aus Anlagen-Kunst und Spiele-Bahn präsentierte (Gratulation!) Patrick Weber musste leider allzu früh wieder gehen am Samstag, gerne hätte ich sein Material eingehender studiert. Ueberhaupt kriegte ich vom Event selbst erstaunlich wenig mit; so verpasste ich beispielsweise den Dampfbetrieb vollständig, was mich jetzt noch ärgert, auch mit Claes Mikkelsen konnte ich kaum sprechen. Claes hatte seine ganze "Armada" mitgebracht und wäre Märklin dort gewesen, wären sie wohl zu Recht neidisch geworden.

Eine Persönlichkeit für sich war Herr Sargenti, Bellinzona: Der rührige Kleinserienproduzent, der weder Homepage noch eMail kennt, schwebte auf die ihm eigene Art quasi an Ort und Stelle durch den Raum. Der Kleinserienhersteller produziert verhältnismässig günstig ab 7 - 8 Stück pro Wagen; hier meine ich, sollte man ordern, wenn das Thema getroffen wird. Er verdient, ebenso wie unsere übrigen Aussteller, ganz sicher unsere Beachtung. Andrej brachte ebenfalls seinen Schminkkoffer, pardon, seine Kofferbahn mit. Wie man die Gleise im engen Radius zusammenbringt, konnte mir jedoch bisher niemand plausibel erläutern.

Mit unnachahmlicher Leichen-Bitter-Mine hing Thomas Mekelburg am Treffen 'rum: Originalton: "Das Verkaufen ist Sache von Jens, mich interessiert das nicht". Dem "MeMoTec" - Messingkünstler fliegen die Ideen nur so zu, und er setzt sie auch sogleich um... aber ein Verkaufskünstler ist er bekanntermassen noch nicht. Wenn in Jens aber unter die Fittiche nimmt, kommt das vielleicht noch. Leider fehlten die Modellbahnhändler vollkommen; für sie jedoch meldete sich ein guter Ersatz: Das Vision-Z Team, das sich auch als Sammler-Service definiert (siehe Homepage) präsentierte Märklin-Modelle - ich gestattete mir, auch ein Wägelchen von Herr Freiburghaus zu erstehen. Apropos Wägelchen: Jo Schlenker produzierte einen Sonderwagen zum Treffen, und auch Andrej brachte ein Präsent mit, was mich ein wenig in Verlegenheit brachte, aber da ich ein egoistischer Mensch bin, habe ich dann doch ohne grosse Bedenkzeit zugeschlagen. Mit herZlichstem Dank für die wirkungsvolle Ueberraschung.

Das Treffen war dann viel zu kurz für mich, aber lange genug, um mich schon ein wenig müde zu machen. Um alles zu bewundern und noch vieles zu fotografieren, reichte mir die Zeit nicht; da gibt es jedoch andere die demnächst auf den einschlägigen Web-Seiten informieren werden. Was soll ich noch lange sagen: So familiär, so gut besucht und so unkommerziell wie's war, hätte ich's gerne wieder; ob es sich wieder in diesem Sinne einrichten lässt, ist noch offen... Ich verbreite nochmals einen Gedanken, der bei Arnim seinen Ausgang genommen hat: Zitat: "Dies ist ein Kindergarten". Jaaa, genau, das ist es. Mir gefiel's, genau so!!

Bedeutende Abwesende gab's leider auch: Wir vermissten Michael Hering, etliche Z-Friends und Z-List-Aktivisten, darunter Achim, Wolfgang, Jörg, Christian, Gerhard und andere, sowie ein gewisser Joachim Ritter (Liste bleibt unvollständig). Leider blieben auch von den früheren Treffen viele fern, mit Ausnahme von Thomas Habrik, der erfreulicherweise noch vorbeikommen konnte. Helmut (Gehrer) war laut Gästebuch da, leider sah ich ihn nicht, und auch Adrian (Bern, glaube ich) fehlte leider. Ebenso Manfred Jörger, sowie der ominöse Entkuppler einer Z-Friends-Europe-Gruppe :-)

Auch nicht erreichen konnte ich Joris Ilegems sowie die Verantwortlichen des Z-Spoor Magazins, Holland. Märklin beantwortete Anfragen von Jens bis heute noch nicht einmal; diese Leute sehen die Chance nicht mal, wenn sie sagt: "Hallo, ich bin die Chance!" Gefehlt haben auch die Modellbahnhändler; Weder Jens noch ich konnten auch nur einen überzeugen, zu erscheinen (Entschuldigt ist Herr Rechsteiner, der sich früher schon mal auf eigene Kosten für Spur Z engagiert hatte...) Meine Handzettelaktion bei den Modellbahnhändlern der Region brachte ein Feedback von NULL. Ich gehe davon aus, dass diese allesamt keine Z-Kunden haben, andernfalls müsste ich annehmen, dass sie meine Handzettel stillschweigend im Papierkorb haben verschwinden lassen. Auch schaffte es keiner der Händler, uns auch bloss mit einem Link zu supporten. Schade.

So, das waren mal ein paar Notizen, vielleicht kommen noch ein paar dazu; hier würde ich eigentlich lieber die Besucher & Aussteller sprechen lassen, die, auf dies ankam und am Sonntag ein gelungenes Zett-Treffen lebten. Machts gut und bleibt auf Zett. Jens und Patrik sagen Danke!
Besondere Freude hatten wir an Joel ;-) sowie an den ganz jungen, enthusiastischen Bastlern. Und ich bedanke mich insbesondere bei den leidtragenden Ehefrauen, die diesem Kindergarten mit einer gesunden Skepsis, aber nichts desto trotz mit wohlwollendem Interesse gegenüberstehen, und den Flöhen der Eisenbahngesellschaften in Personalunion nur im Notfall zu Leibe rücken.

22. April 2004 Patrik Zimmerli

Mein Kommentar

Nicht nur Patriks punktgenaue Zusammenfassung der Ereignisse in und um Olten, sondern auch sein unermüdlicher Einsatz vorort zeugen von seinem unermüdlichen Engagement für unsere Leidenschaft im allgemeinen und das Oltener Treffen im besonderen. Mir bleibt hier nur, ihm und allen Beteiligten für das Kommen und den Einsatz zu danken. Das Treffen 2004 hat die Erwartungen mehr als erfüllt und die Erfahrungen mit diesem Event bilden eine solide Basis für kommende Veranstaltungen betreffend unserer Z-Leidenschaft.

Der Rahmen in Olten mit seinem unglaublich betriebsamen Bahnknotenpunkt, bezeichnenderweise auch Bahnkilometer 0 im gesamtschweizerischen Bahnnetz, sorgte für weitere Stimmungshochs bei vielen Beteiligten. Die erlebte Präsenz der Schweizer Bahnen schien manchen Epoche II - Freund dermassen zu begeistern, dass hier mit bleibenden Schäden gerechnet werden muss. Nächtliche Fotografierversuche an diversen schienengebundenen Objekten zeugten von der Faszination für das 1:1 Vorbild dem sich auch die Z-Freunde oft nur schwer entziehen können.

Impressionen vom 3. Schweizer Z-Treffen

Der jüngste Gast am Treffen hat mir dieses Bild gemalt: Offensichtlich ziehen zwei Re 460 einen schweren Schnell- zug über den Gotthard ;-) Danke Joel!



Die Zahl der Besucher sprengte fast den Rahmen im Zunfthaus, über mangelnde Beteiligung konnten wir uns wahrlich nicht beklagen!



Schauen - staunen - sprechen...



Rege Diskussionen sind das Salz in der Suppe: Wann sieht man sich sonst mal persönlich?



Interessante Vorführung: Live-Übertragung aus den fahrenden Z-Zug, links die dazugehörige Technik.



Offensichtlich voll im Element: R. Kimmich von Railex.



Auch zu Gast: Das Team von VisionZ / Hindelbank.



Nette Sachen auf einem Diorama von Railex



Mächtig ins Zeug geworfen hat sich Claes Mikkelsen. Man beachte den Postzug!



Jede Menge Farbvarianten nach Schweizer Vorbild, ausserdem tolle Cargo-Kühlcontainer.



Modernes und Museales vereint bei Railex: Neben der Ritombahn gab es die Pionierleistungen der Eisenbahnvergangenheit zu sehen.